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Masken

In der Stille der Nacht fallen auch die letzten Masken
Das gezwungene Lächeln gleitet von deinem Antlitz
Der leere Blick füllt sich mit Tränen

Die Einsamkeit, welche du im Lichte des Tages verdrängen kannst,
kehrt mit aller Macht zurück
Jeden Schmerz, den du mit einem Schulterzucken abwertest,
ist in der Dunkelheit noch qualvoller

Die Wunden in deiner Seele bluten wie am Tage,
doch in der Nacht wirst du dir der Verletzungen erst recht bewusst

All deine Masken liegen vor dir
Und du wendest dich ab
Vom Leben, deinen Träumen, deinen Wünschen, vor dir selbst

Doch in der Nacht verbirgst du dich nicht mehr hinter einer Maske
Du wirst zum Kind
Weinst in der Dunkelheit
Die Angst umschließt dein Herz wie eine eiserne Klaue

Wenn der Morgen graut wendest du dich erschöpft ab
Die Tränen werden getrocknet
Die Ängste werden überspielt
Die Verzweiflung wird verschwiegen

Der Griff nach der Maske
Ein fades Lächeln auf deinem Antlitz
Der Blick leer
Die Seele tot



Autor: Astrae

1 Kommentar 19.10.06 02:09, kommentieren